Montag, 19. Januar 2015

Wie entstand das Arschgeweih?

Heute bin ich beim Schlendern auf google+ tatsächlich über das "Arschgeweih" gestolpert. Optisch gestolpert. Ihr erinnert Euch oder tragt die "Sünde" an Euch? Wie lang ist das eigentlich her? 
Wir haben die Erklärung, wie das Arschgeweih einst entstanden ist. Alles andere, was sonst behauptet wird, sind natürlich nur Märchen. ;)




Aus dem 5. Kapitel unseres Kinderbuches:

Stups hingegen erinnerte sich mit Schrecken daran, dass am nächsten Tag die Prüfung war. Mist! Er hatte noch gar nichts vorbereitet. Er musste einen Vortrag darüber halten, wie Wölfe am besten jagten. So ein blödes Thema. Woher sollte er das wissen, wenn seine Eltern ihn nie mitnahmen? Andererseits war das gut, weil er lieber Gras jagte und sich nicht vorstellen wollte, einen Hasen zu erlegen. Sicher müsste er den dann mit seinen Zähnen … Nein, igitt! Der kleine Wolf wollte nicht darüber nachdenken. Aber wie jagten Wölfe?
„Moni, kannst du mir helfen? Ich will dich jagen!“ Der kleine Junge blickte ihn erstaunt an.
„Ich muss doch bei der Prüfung erzählen, wie man am besten jagt, und Mama und Papa nehmen mich nie mit“, erklärte er Moni. „Wenn du dich versteckst, dann suche ich dich. Und“, fügte er hinzu und blinzelte dabei unbeholfen mit den Wolfsaugen, „sei ein Elch! Ich jage nämlich nur große Tiere! Du hast zehn Minuten Vorsprung!“ Dann lief er los und ließ den verwirrten Jungen stehen.
Wie soll ich denn ein Elch werden?, dachte Moni resigniert Und dann noch in zehn Minuten. Natürlich stand es für ihn außer Frage, dass er seinem Freund bei der Vorbereitung für seinen schweren Tag helfen würde. Aber musste es unbedingt ein Elch sein? Er könnte doch auch ein Wildschwein sein, dann brauchte er sich nur in der Asche des erloschenen Feuers zu wälzen und grunzen. „Quirk, quirk“, hörte sich Moni sagen. Ich könnte so ein gutes Wildschwein sein!, dachte er betroffen. Aber wenn Stups einen Elch will ... Er grübelte eine Weile, dann hatte er eine Idee. Bei Tante Silberblick lag ein großes Elchgeweih. Das wusste Moni. Ab und zu, wenn alle Arbeiten erledigt waren, legte sie sich in die riesigen Schaufeln und schaukelte ein wenig. Das wäre doch prima geeignet. Damit konnte er sicher zum Elch werden, und sein Freund könnte das Aufspüren üben.
Vorsichtig schlich sich Moni zur Lagerstätte. Hoffentlich liegt Tante Silberblick nicht im Geweih, dachte er ängstlich. Es würde schon genug Ärger geben, wenn er es einfach wegnähme. Und mit der Tante darin konnte er es keinen Meter bewegen.
Wie er befürchtet hatte, lag sie doch in einer Schaufel und war eingeschlafen. So ein Pech! Bestimmt waren auch die zehn Minuten schon vorbei, und Stups wartete auf seine Elchbeute. Moni musste ihm helfen, schließlich ging es um etwas sehr Wichtiges. Und nur wenn sein Freund groß war, konnte er mit ihm die Eltern suchen. Doch was sollte er tun? Schließlich wagte er es, stellte sich vor die schlafende Tante und sprach mit ernster Stimme: „Ich brauche das Geweih, es geht um Leben und Tod!“ Dabei bemühte er sich, entschlossen zu wirken. Er hoffte, dass er sich keine Backpfeife von der Wölfin einfangen würde.
Nach einer Weile öffnete Tante Silberblick langsam das linke Auge. Sie zwinkerte, was Moni lustig fand. Doch als sie auch das rechte Auge geöffnet hatte, sprang sie mit einem Satz auf und hätte den Jungen beinahe umgeworfen. „So, du brauchst das Geweih, und deshalb störst du mich in meiner wohlverdienten Ruhe? Dir werde ich es gleich zeigen ...“
Moni erschrak. Sein Herz klopfte bis zum Hals, und seine Knie zitterten. Was sollte er sagen? Das konnte gewaltig schiefgehen. Mit allem Mut, der ihm verblieben war, stotterte er: „Ich...ich muss jetzt ein Elch werden, wegen der Prüfung.“
Tante Silberblick musterte ihn, und Moni mühte sich, ihrem Wolfsblick standzuhalten. Schließlich fragte sie: „Du willst das Geweih? Für Stups? Und du willst ein Elch werden?“ Moni schluckte. „Na ja, er muss doch üben, wie man jagt. Ich soll die Beute sein. Deshalb ...“ Er stockte, wusste nicht, wie er es erklären sollte. Tante Silberblick zog die Lefzen hoch, und es sah aus, als schmunzelte sie. „Nun gut, nimm es! Aber wehe, es hat nur einen Kratzer. Dann geht es bei dir um Leben und Tod!“ Moni fühlte grenzenlose Erleichterung, der Knoten in seiner Brust löste sich auf. Ohne weitere Worte zu verlieren, zerrte er das Geweih hinter sich her, bis er sicher war, dass die Tante ihn nicht mehr sah.
Mit großer Anstrengung versuchte der Junge dann, es hochzuheben und auf dem Kopf festzuhalten. Doch kaum hatte er es aufgesetzt, verließ ihn die Kraft, und er ließ das Geweih fallen. Sein Kopf war viel zu klein, und rennen konnte er mit dem Ding gar nicht. Auf dem Rücken, ja, da könnte es passen. Aber welches Tier trug ein Geweih auf dem Rücken? „Egal jetzt, ich muss Stups helfen!“, spornte er sich an. Er zog seine Jacke aus und band damit das riesige Gebilde an seinem Rücken fest. Dabei verfing sich sein Schal in einem Geweihast. Es dauerte eine Weile, bis Moni ihn wieder gelöst hatte. Achtlos ließ er ihn in den Schnee fallen. „Jetzt muss ich nur noch meinem Po ein Gesicht anmalen und rückwärts laufen“, murmelte er. „Dann hat Stups seinen Elch!“



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